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Liegeräder, Trikes & Support im Liegeradstudio Hamburg

FLUX Räder - ein Nachruf

FLUX Liegeräder - ein Nachruf31.01.26 FLUX Liegeräder sind endgültig nicht mehr verfügbar. Leider werden diese einzigartigen Räder nicht mehr hergestellt.Ein Jammer, dass es diese wunderbaren Räder nicht mehr gibt.

Nicht mehr gibt? Nein nicht ganz. Da wir im Laufe der Jahre etlich Räder verkauft haben, kommen immer mal wieder gebrauchte herein, die fachgerecht überholt und gechecked auf unserer Gebraucht-Seite gefunden werden können. Da heißt es dann "schnell zugreifen". 

Das Liegeradstudio möchte sich an dieser Stelle für die lange, lange freundschaftliche Zusammenarbeit herzlich bedanken und wünscht CUM, dem Inhaber nach dieser imposanten Lebensleistung alles Gute für seine neue Zukunft! 

Die FLUX-Geschichte

Wie auch Bernd Bleckman, ist Christian Uwe Mischner oder CUM - wie ihn Freunde nennen - ein Urgestein der Liegeradszene: Damals, als das Liegerad in einer kleinen Szene wieder entdeckt wurde und man sich mit selbstkonstruierten Rennmaschinen leidenschaftlichste Rennen lieferte.

Und einige "Liegerad-Verrückte" dieser Szene haben sich dann professioneller mit dem Liegerad auseinandergesetzt und es entstanden etliche Hersteller wie Baron, HP, Velotechnik, Zweirad & Zukunft (Liegeradstudio) und eben auch die immer kleine und sehr feine Manufaktur "FLUX Liegeräder". Alle diese Unternehmen haben die heutigen Liegeräder zu alltags-, touren- bis renntauglichen HighTech-Produkten entwickelt.

Unter all den bekannten Herstellern, hatte FLUX immer die besondere Note der maximal möglichen Perfektion in Kleinserien. "Nicht zu verbessern" - schrieben wir gerne zu den Produktbeschreibungen.

Bernd Bleckmann und Familie sind selbst Besitzer von 2 FLUX Liegerädern, die sich auch bei der letzten Radtour nach GB als komfortable Tourenräder wieder von ihrer allerbesten Seite gezeigt haben.  

Die 1980er- und 1990er-Jahre: Die Anfänge

1990 rief der Entwickler und Konstrukteur Christian Uwe Mischner im oberbayerischen Gröbenzell die Marke FLUX ins Leben. Sein Ziel bestand darin, Liegeräder zu schaffen, die durch eine ergonomisch optimierte Sitzposition ein besonders komfortables Reisen ermöglichen und gleichzeitig typische Belastungserscheinungen wie Rückenbeschwerden oder eingeschlafene Gliedmaßen vermeiden. Bereits die frühen Modelle der V200- und V220-Baureihe mit ihrem charakteristischen Sesselrad-Konzept sorgten innerhalb der noch jungen Liegeradszene für Aufmerksamkeit. Kennzeichnend waren von Anfang an die robuste Konstruktion, praxisgerechte Details sowie eine klare und zeitlose Gestaltung.

  • 1989 – FLUX ST-1: Das erste Entwicklungsmodell von FLUX entstand für die HPV-Europameisterschaft 1989. Mit seiner direkten Untenlenkung legte es die technische Grundlage für die spätere Unternehmensgründung.
  • 1994 – FLUX V200 / V220: Einführung des richtungsweisenden Sesselrad-Konzepts mit markantem Netzsitz und komfortablem Tiefeinstieg. Das Konzept überzeugte viele Fahrer und wurde 1999 vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als „Fahrrad des Jahres“ ausgezeichnet.

Die 2000er-Jahre: Etablierung im Spitzensegment

In den folgenden Jahren entwickelte CUM seine FLUX-Räder zu einer festen Größe im Premiumbereich des Liegeradbaus.

Zusammen mit den Modellen von HP Velotechnik galten FLUX-Räder weltweit als Referenz für hochwertige Reise- und Langstreckenfahrzeuge. Modelle wie das vollgefederte Tourenrad C500 oder die sportlichen S600- und S800-Baureihen setzten neue Maßstäbe hinsichtlich Fahrkomfort, Ergonomie und Verarbeitungsqualität.

Die A-Baureihe

Eine besondere Stellung innerhalb der Firmengeschichte nahm die Entwicklung der A-Modelle ein.

Diese als „Aufrechträder“ beziehungsweise Komfort- oder Sesselräder konzipierten Fahrzeuge verbanden eine außergewöhnliche Sitzergonomie mit einer eigenständigen Rahmengeometrie.

- Wartungsfreundliche Ausstattung: Die Räder wurden konsequent auf Alltagstauglichkeit und geringen Pflegeaufwand ausgelegt. Häufig gehörten eine Shimano-Alfine-Nabenschaltung, ein geschlossener Kettenschutz sowie besonders lange Schutzbleche zur Serienausstattung.

- Innovatives Gepäcksystem: Für die A-Serie entwickelte FLUX einen fest mit dem Rahmen verbundenen Frontgepäckträger aus CrMo-Stahlrohr. Durch die Montage über einen KlickFix-Adapter am Rahmen statt an der Gabel blieb das Lenkverhalten selbst bei hoher Beladung nahezu unbeeinflusst.

  • 2001 – FLUX S600: Vorstellung des sportlichen Kurzliegerads mit Vollfederung. Besonders in Verbindung mit dem aerodynamischen Obenlenker entwickelte sich das Modell rasch zu einem beliebten Reisebegleiter.
  • 2003 – FLUX C500: Markteinführung des erfolgreichsten Modells der Marke. Das vollgefederte Tourenrad mit Untenlenkung wurde aufgrund seiner außergewöhnlichen Fahreigenschaften über viele Jahre hinweg nahezu unverändert gefertigt.
  • 2005 – FLUX S800: Einführung der weiterentwickelten Variante des S600. Ein längerer Radstand sorgte für zusätzliche Spurtreue und hohen Fahrkomfort auf sehr langen Strecken.
  • 2007 – FLUX A10 (Klassik / Sesselrad): Präsentation eines neuartigen Komfortfahrrads, das entspanntes Pedalieren mit der Sicherheit verband, im Stand jederzeit beide Füße bequem auf dem Boden abstellen zu können.

Die 2010er- und 2020er-Jahre: Weiterentwicklung bewährter Konzepte

Auch in den folgenden Jahren wurden Geometrie, Ausstattung und technische Details kontinuierlich verbessert. Mit der Einführung der S9-/S900-Baureihe sowie moderner E-Antriebssysteme blieb FLUX technisch aktuell, ohne die bewährten Grundprinzipien seiner Konstruktionen aufzugeben.

  • 2011 – FLUX S900: Vorstellung eines vielseitigen Allround-Modells mit zwei 24-Zoll-Laufrädern. Damit gelang die Verbindung der Wendigkeit kleinerer Räder mit dem hohen Fahrkomfort größerer Bereifung.
  • 2021 – FLUX S9: Die letzte umfassende Neuentwicklung des Unternehmens. Als Weiterentwicklung des S900 vereinte das Modell die Stärken früherer Baureihen in einem flexiblen Baukastensystem, das in den Rahmengrößen SM, ML und XL angeboten wurde.

2025: Der Abschluss eines Lebenswerks

In den letzten Jahren wurde es trotz anhaltender Nachfrage zunehmend schwieriger, eine kleine, handwerklich geprägte Fertigung wirtschaftlich zu betreiben. Besonders die Beschaffung spezieller Rahmenrohre und die Zusammenarbeit mit Zulieferern erwiesen sich bei den vergleichsweise geringen Produktionsmengen als immer anspruchsvoller. Die weltweiten Lieferkettenprobleme ab 2021 verschärften diese Situation zusätzlich.

Unter den veränderten Marktbedingungen wurde es zunehmend aufwendiger, das traditionelle Unternehmenskonzept mit seinem hohen Qualitätsanspruch und seiner individuellen Fertigungsphilosophie unverändert fortzuführen. Hinzu kam, dass nach Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit irgendwann auch der Wunsch entstand, das Lebenswerk in geordnetem Rahmen abzuschließen.

Nach mehr als dreißig Jahren Unternehmensgeschichte verabschiedete sich CUM im Jahr 2025 in den Ruhestand. Nach dem Verkauf der letzten produzierten Fahrzeuge endete die Fertigung neuer FLUX-Räder offiziell.

Zurück bleibt ein bedeutendes Erbe: FLUX-Liegeräder genießen bis heute einen hervorragenden Ruf und zählen auf dem Gebrauchtmarkt zu den begehrtesten Modellen ihrer Art. Ihre außergewöhnlichen Fahreigenschaften, ihre Langlebigkeit und ihr zeitloses Design sorgen dafür, dass viele dieser Räder noch über Jahrzehnte hinweg genutzt und gepflegt werden dürften.

Zum Abschied bedankte sich der Gründer auf der Unternehmenswebsite bei seinen Kunden für das langjährige Vertrauen und für ein erfülltes Berufsleben im Zeichen der Fahrradmobilität.

Auch wir möchten unseren Dank für die langjährige, freundschaftliche Zusammenarbeit ausdrücken. Mit den FLUX-Rädern entstanden Konstruktionen von außergewöhnlicher Qualität, deren Erhalt für die Liegeradwelt von großem Wert ist.

Es war uns stets eine besondere Freude, diese Produkte anbieten zu dürfen und damit zahlreiche Menschen für viele Jahre glücklich gemacht zu haben.


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